Martin Luther King-Kirche

Das Martin-Luther-King Kirchenzentrum in Hürth

Das Martin-Luther-King Kirchenzentrum in Hürth


Die Martin Luther King-Kirche ist die jüngste evangelische Kirche in Hürth. Sie wurde parallel zu dem geplanten Ortsmittelpunkt von Hürth “Hürth-Mitte“ 1977 erbaut.

Damals zeichnete sich schon ab, dass das Gemeindehaus in der Kölnstraße nur ein Provisorium bleiben würde, da sich das Zentrum von Hürth in die neu geschaffene Mitte aus Rathaus, Bürgerhaus, Einkaufszentrum und Schulen verschieben würde. Hier wollte Kirche präsent sein! Leider scheiterte die Idee eines ökumenischen Kirchenzentrums schon in seinen Anfängen, so dass wir heute zwei architektonisch unabhängige Kirchen in unmittelbarer Nachbarschaft haben. Für die neue Kirche suchte man eine Form, die der Künstlichkeit dieses neu geschaffenen Ortsteils entsprechen würde, und entschied sich schließlich für einen Zentralbau, dessen Dach an ein Zelt erinnert. Die Kirche sollte ein Ort sein, an dem das wandernde Gottesvolk auf dem Weg Rast machen kann. 1,3 Millionen DM standen den Kölner Architekten Wolfgang Lincke und Karl-Heinz Urmetzer für den Bau von Kirche und Gemeindehaus zur Verfügung. Himmelfahrt 1979 wurde der erste Gottesdienst in der Martin Luther King-Kirche gefeiert. Die Innenausstattung wurde betont schlicht gehalten. Zum einen sollte der Kirchraum als Gottesdienstraum ernst genommen werden, aber auch als Gemeindesaal für Konzerte und Feiern Raum geben, da das angrenzende Gemeindehaus keinen wirklich großen Saal bot. Nach dieser Vorgabe schuf der Düsseldorfer Glasmaler Ernst Otto Köpke nicht-gegenständliche Glasfenster, die zur Interpretation einladen. Für mich versinnbildlichen sie das geteilte Schilfmeer aus dem Exodus. Dem Zeltcharakter entspricht auch die Tatsache, dass nichts fest im Boden verankert ist: vom Altar bis zur Bestuhlung, alles in dieser Kirche ist beweglich. Selbst die 1983 vom Orgelbaumeister Michael Becker gebaute Orgel ist – auseinandergebaut – verschiebbar.

Pfarrer Dieter Steves beim Spatenstich zum Bau der Kirche

Pfarrer Dieter Steves beim Spatenstich zum Bau der Kirche

Die sechseckige Form des Grundrisses wird in der Form des Altars, des Leuchters, des Lampenkranzes und später sogar im Glockenspiel-Turm wieder aufgenommen, wobei die Zahl sechs für das Unvollkommene, das Vorläufige steht. Diese Zahl doppelt sich (zufällig) in der in diese Kirche integrierte Knapsacker Kanzel, die ein Zwölfeck aufweist, in dessen Feldern die zwölf Apostel dargestellt sind. Weiter geht es mit der Zahlensymbolik im Mauerwerk, in dem immer die Richtung wechselnde Dreierpäckchen auf die Trinität anspielen. Die später erworbenen Leuchter symbolisieren in ihrer Zahl die vier Evangelisten. Bei der Namensgebung 1989 versuchte man ähnlich wie Jahre zuvor bei der Namensgebung der Kendenicher Nathan-Söderblom-Kirche Persönlichkeiten der Ökumene in den Vordergrund zu stellen.

Immer wieder benennen Menschen, die zum ersten Mal unsere Kirche besuchen, die warme und wohltuende Atmosphäre der Martin Luther King-Kirche. Auch heute ist Hürth-Mitte ein Ortsteil mit einer hohen Fluktuation. Die Gottesdienstgemeinde besteht v.a. aus Zugezogenen und wenigen Alteingesessenen, von denen viele erst durch die Wirren des Krieges ins Rheinland kamen: nach Knapsack, dem Ortsteil mit den großen Arbeitsgebern. Die Gemeinde ist damals wie heute eine wichtige Anlaufstelle, um Heimat zu finden. Unter dem bergenden Zeltdach finden wir Schutz und Stärkung auf unserem Weg durch die Zeit.

Kontakte Friedenskirche

Adresse:

Villering 38, Hürth-Mitte

Sakristei.de:

Telefon: 70 79 99

Küsterin:

Ulrike Craesmeyer,
mlk-sakristei@gmx

Gottesdienste:

Sonntags,11:00 Uhr

Anfahrtsskizze:

anfahrt_mlk-515