Schöpfung bewahren

Von Silja Höfer

Über viele Dinge,
die uns im Alltag begegnen …

 

… machen wir uns oft gar keine Gedanken mehr. Sie gehören einfach dazu und wir nehmen uns nicht mehr die Zeit, genauer hinzuschauen. Bei Kindern ist das naturgemäß meist anders. Da wird alles hinterfragt. Manchmal ist das für uns Erwachsene auch etwas anstrengend. Aber ein gewisses Maß an Neugierde kann unseren Alltag durchaus bereichern.

Und so beginnen wir die Reise mit dem Titel „Unsere Schöpfung bewahren“ mit einer ganz banalen Frage: Seit wann gibt es eigentlich unsere Erde? Wahrscheinlich haben wir das alle irgendwann mal in der Schule gelernt. Aber jetzt so ad hoc eine Zahl in den Raum zu werfen, fällt den meisten von uns wohl eher schwer. Und selbst wenn wir eine Idee hätten, seit wann es unsere Erde gibt, so müssten wir uns wohl eingestehen, dass das unsere Vorstellungskraft übersteigt.

Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstand unser Sonnensystem und damit auch die Erde. 4,6 Milliarden Jahre. Unvorstellbar. Den Menschen gibt es seit ungefähr 2,4 Millionen Jahren. Aktuellere Forschungen gehen von ca. 2,8 Millionen Jahren aus. Wieder unvorstellbar. Das dachten sich wohl auch 2 Forscher aus Amerika. Und so haben sich die beiden Wissenschaftler Paul Ehrlich und Robert Ornstein die Mühe gemacht, diese Zahlen in eine für uns vorstellbare Dimension zu bringen. Wenn die Geschichte der Erde auf einem Jahreskalender abgebildet werden würde, dann wäre die Erde um Null Uhr des 1.1. entstanden. Die Mitternacht des 31.12. entspricht unserem „heute“. Bei dieser Betrachtung würde jeder Tag 12 Millionen Jahre tatsächlicher Geschichte entsprechen. Erste Formen von Leben, wie z.B. einfache Bakterien, erschienen demnach irgendwann im Februar. Komplexere Lebewesen, wie z.B. die Fische, erscheinen erst um den 20. November auf dieser Erde. Die Dinosaurier hatten ihre Zeit vom 10.Dezember bis zum 25.Dezember. Und wenn wir uns nun fragen: „Wo bleibt da der Mensch?“, dann staunen wir erneut. Die ersten Vorfahren der Menschen traten erst am Nachmittag des 31.12. auf die Erde. Der Mensch selber erscheint um 23:45 auf der Bildfläche. Die gesamte Geschichte des Menschen – von der Antike bis heute – entspricht in dieser Betrachtungsweise der letzten Minute des Jahres.

Wenn man in diesem Bewusstsein Berichte über den Zustand unseres Ökosystems liest, dann ist es noch schwerer auszuhalten, dass der Mensch es tatsächlich „geschafft“ hat, in so kurzer Zeit diesen Planeten an den Kollaps heran zu führen. Wie wäre es da, wenn Mensch und Natur gemeinsam ins neue Jahr übertreten würden? Gemeinsam, miteinander. Nachhaltig – statt ausbeutend. Wertschätzend – statt eigennutzmaximierend. Dankend – statt fordernd. Schon das Bewusstsein ist dabei ein erster Schritt in diese Richtung. Keine Selbstverständlichkeit – aber vielleicht eine Überlegung wert.

In diesem Sinne werden wir an dieser Stelle immer wieder zum Nachdenken anregen. Und wir freuen uns auf jeden, der seine Impulse dazu gerne teilen möchte.
Unter: Unsere-Schoepfung-bewahren@jetzt-info.com laden wir zum Austausch ein.