Andachten

Pfarrerin Uta Grieger-Jäger aus dem Gemeindebrief 1-2018

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VOM HIMMEL
HOCH

Die Himmelsbotschaft
im Lärm des Alltags heraushören

 

„Vom Himmel hoch“ kommt einiges auf uns herab. Da hören wir z.B. die freundliche Stimme des Navi: „Nach 100 Metern links abbiegen. Sie haben das Ziel erreicht.“ Über Satellit empfangen wir Sendungen von Sky-TV, Disney-Channel, ARD, ZDF, RTL und weiteren TV-Sendern, ganz zu schweigen von den vielen Angeboten der Smart- und I-Phones mit Unmengen von News und Fake-News.

Würde man all das, was uns über Satellit vom Himmel hoch angeboten wird, gleichzeitig hören, wir wären einem ohrenbetäubenden Lärm ausgesetzt: unmöglich darin eine Stimme zu hören, die uns eine Botschaft oder Nachricht übermitteln könnte.

Wer eifrig die Medien und sozialen Netzwerke nutzt, steht vor der fast unmöglichen Aufgabe, aus diesem Informationschaos für sich eine Botschaft herauszufiltern, die wirklich wichtig ist. Und um Fake-News von echten Nachrichten zu unterscheiden, muss man fast schon ein Medienprofi sein. Mit Himmelsbotschaften verschiedenster Art sind wir wirklich gut versorgt durch Satellit und unsere Empfangsgeräte hier auf der Erde.

Zur Weihnachtszeit schalten wir dann auf altbewährtere Himmelsbotschafter um. „Vom Himmel hoch“ kommen dann aus der religiösen Parallelwelt die Botschaften der Engel zu uns. Aus den schönen alten Kirchenliedern und in der sehr alten Bibel erreicht uns ihre Botschaft. Wir brauchen keine technischen Geräte, um die Botschaft der Engel zu empfangen. Auch legen sie wert auf eine persönliche Begegnung. Oft ist ihr Erscheinen mysteriös und löst deshalb zunächst einmal Angst aus.

Beruhigend beginnt dann ihre Botschaft mit den Worten: „Fürchte dich nicht!“ Im Matthäus-Evangelium wird berichtet, dass Maria schon in ihrer Verlobungszeit schwanger wurde. Wegen dieser „Schande“ wollte Joseph sie heimlich verlassen. Im Traum erscheint ihm ein Engel mit der Anrede: „Fürchte dich nicht!“ Er bestärkt Joseph darin, bei Maria zu bleiben, ihr Sohn werde der künftige Messias Israels sein.

Im Lukas-Evangelium spricht der Engel Gabriel Maria respektvoll und höflich an: „Sei gegrüßt, du Begnadete!“ Doch sie ist zunächst alles andere als erfreut über die Botschaft, dass sie die Mutter des göttlichen Kindes sein wird. Auf Marias Einwand, dass sie von keinem Mann wisse, verweist der Engel sie an ihre Verwandte Elisabeth, die in hohem Alter schwanger wurde. Seine Begründung: „Bei Gott ist kein Ding unmöglich!“

Viele Himmelsbotschaften erreichen uns täglich auf technischem Wege. Eine unendliche Informationsflut macht es uns schwer, wirklich wichtige Botschaften für unser Leben zu erkennen. Diese Informationsflut macht es uns schwer auf die Himmelsboten Gottes zu hören. Ihre Stimme wird nicht aus dem All von Satelliten gesendet. Sie kommt aus dem Himmel Gottes: „Fürchtet euch nicht!“ So beginnt ihre Botschaft vom Anfang der Geschichte Gottes mit uns Menschen, die in der Person Jesu die Gestalt eines Menschen annimmt. Und diese Geschichte wird weitergehen. Jetzt und in Zukunft. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.